Gesundheitsrisiken
Wetter ...
- Regen und Kälte: Erfahrungen in Waldkindergärten zeigen, dass
Kinder viel wetterfester sind als besorgte Eltern glauben,
vorausgesetzt, sie sind angemessen gekleidet. Kinder stecken voller
Bewegungsfreude, sie laufen sich im wahrsten Sinne des Wortes warm und
haben außerdem viele Talente, die verschiedenen Witterungsverhältnisse
zu ihrem Vergnügen zu nutzen. Waldkindergarten-Kinder leiden angesichts
ihres gestärkten Immunsystems seltener unter Erkältungskrankheiten oder
Allergien.
- Sturm: Bei Astbruchgefahr suchen die Erzieherinnen oder Erzieher
entweder eine Lichtung oder ein Areal mit Jungwald auf oder sie bieten
für diesen Tag ein Alternativ-Programm an.
- Gewitter sind in den Vormittagsstunden äußerst selten.
- Ozon: Die im Sommer bei Hochdruckwetterlagen gerade im Wald
vorhandene Ozonbelastung ist in den wärmsten Stunden des Tages
(Sommerzeit zwischen 11.30 und 16.30) am größten. In dieser Zeit
sollten körperliche Anstrengungen vermieden werden. An extrem heißen
Tagen kann ein Alternativ-Programm angeboten werden.
Unfälle ...
sind in Waldkindergärten eher seltener als in Regelkindergärten, da
die Kinder über eine sehr große Bewegungsgeschicklichkeit verfügen und
die zur Unfallvermeidung erforderlichen Regeln akzeptieren und befolgen.
Tollwut ...
- regional unterschiedlich verbreitete, durch Viren hervorgerufene,
akute Infektionskrankheit, die Tiere und Menschen befallen kann. Die
Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier und von Tier zu Mensch.
- Folgen einer Ansteckung: Entzündung im Gehirn und im Rückenmark,
Krankheit verläuft bei Nichtbehandlung in der Regel tödlich.
Vorbeugende Maßnahmen
- Wildtiere oder Impfköder dürfen niemals angefasst werden.
- Bei Bissen oder Kratzern von Wildtieren sofort aktive oder passive
Impfung durchführen.
- Keine vorbeugende Impfung erforderlich (empfehlenswert jedoch für
Haustiere von Waldkindergarten-Kindern).
Giftpflanzen ...
- Gefahren im Wald ebenso vorhanden wie in privaten Gärten oder
öffentlichen Parkanlagen.
- Feste Regeln sind erforderlich.
Zecken ...
sind vor allem in den Monaten von März bis Oktober aktiv; Übertragung
von zwei Krankheiten:
- Borreliose (Lyme-Krankheit)
- Verbreitung: max. ein Drittel der Zecken in Deutschland ist mit
Borrelien (Bakterien) infiziert, starke regionale Unterschiede.
- Krankheitsverlauf: Bis zu drei Wochen nach dem Stich zeigen sich
erste, grippeähnliche Beschwerden und evtl. eine ringförmige, bis
handtellergroße Rötung um die Einstichstelle; bei Nichtbehandlung kommt
es nach einem beschwerdefreien Intervall im zweiten Krankheitsstadium
zu weiteren Symptomen wie Herzentzündung, Gehirnhautentzündung oder
Gelenkentzündungen. Im dritten Stadium (nach etwa sechs Monaten)
chronische Infektion verschiedener Gelenke.
- Behandlung: Feststellen der Infektion durch Blutuntersuchung;
rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika verhindert Spätfolgen. Keine
Impfung möglich.
- FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis / Hirnhaut-Gehirn-Entzündung)
- Befall der Zecken mit FSME-Viren innerhalb Deutschlands und in
Europa sehr unterschiedlich; Region um Mainz bislang kein
Verbreitungsgebiet.
- Krankheitsverfall: ohne Latenzzeit Fieber, Müdigkeit, Kopf- und
Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall; Nach ca. 20 fieberfreien Tagen
erhöhtes Fieber mit Nackensteifheit, Lichtempfindlichkeit,
Schläfrigkeit, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen und unter
Umständen bleibende Schäden.
- Aktive Schutzimpfung: drei Teilimpfungen im Abstand von vier Wochen
und zwölf Monaten oder Schnellimpfung im Abstand von sieben Tagen und
21 Tagen zur Erstimpfung. Passive Immunisierung bei Erwachsenen bis zum
vierten Tag nach dem Zeckenstich möglich; Impfempfehlung jedoch nur in
Gebieten mit starker Verbreitung.
Vorbeugende Maßnahmen:
- Möglichst viel Körperfläche der Kinder mit heller Kleidung bedecken
(lange Hosen, lange Ärmel, Kopfbedeckung), Strümpfe über die Hosenbeine
ziehen.
- Zecken stechen häufig nicht sofort, sondern erst nach einigen
Stunden; Kleidung der Kinder deshalb zu Hause wechseln bzw. kräftig
ausschütteln und Kinder nach Zecken absuchen.
- Sorgfältige Entfernung angehefteter Zecken mit einer spitzen
Pinzette.
- Aufbewahren der Zecke und evtl. Untersuchung.
Kleiner Fuchsbandwurm ...
- Gefahr einer Infektion mit den Eiern des im Darm von Füchsen,
Katzen und Hunden lebenden Kleinen Fuchsbandwurms, die von diesen
Tieren ausgeschieden werden. Evtl. Verunreinigung von Wald-, Feld- und
Gartenfrüchten.
- Eier entwickeln sich im menschlichen Körper zu "Wanderlarven"
(Finnen), die nach und nach hauptsächlich die Leber durchsetzen.
Zeichen dieser in Deutschland nur sehr selten festgestellten Krankheit
erst, nachdem Teile der Leber zerstört worden sind.
- Wachstumshemmung der Finnen, jedoch keine Heilung durch
Medikamente möglich.
Vorbeugende Maßnahmen:
- Kein Verzehr von rohen Waldfrüchten, insbesondere, wenn sie in
Bodennähe gewachsen sind. Gesammelte Beeren können jedoch zu Kompott
oder Marmelade verarbeitet weden, da die Bandwurmeier bei Temperaturen
über 50°C abgetötet werden.
- Vor dem Essen gründlich Hände waschen.
- Regelmäßige Entwurmung von Katzen und Hunden.